Die 7 PDCler, wir nennen sie mal die glorreichen Sieben, lauschten gespannt dem Briefing an der Bergstation der Kilcherbergbahn. 
Da war die Rede von einem «wunderbaren Herbsttag» und «Ja, der Wind wird heute ein Thema sein». Beat lieferte dann gleich noch die aktuellen Wetterdaten, welche, sagen wir es mal sachlich, eher zum Biken, Marroni sammeln oder was auch immer Mann/Frau so im Herbst machen würde, eigneten.
Da es immer noch Piloten gibt, welche den Schirm nur als Abstiegshilfe benötigen, einigten sich die unverdrossenen Westernhelden darauf, doch wenigstens mal etwas aufzusteigen.
An diesem Tag war es nämlich so, dass eine mächtige Inversion bis 1900 m und einigermassen normale Windstärken (Bise) vorhanden waren, im oberen Stockwerk die Windstärke aus Nord jedoch rasch zunahmen. Somit war unser Startplatz auf rund 2000 Meter über Meer eigentlich nicht so markant dem Höhenwind ausgesetzt.
Wir stiegen während rund 2.5 h die fast 1000 Höhemeter auf. Die beiden “Lokals”, die den Saloon wie ihre Westentasche kennen, wollte noch ihre Jurte / Triste inspizieren.  Tatsächlich steht zuoberst auf der Riedersegg eine Triste aus altem Heu, welche hohl ist, und als Biwak notfallmässig benutzt werden könnte. 
Der Wind war jedoch innerhalb von 100 Höhenmeter etwas stark und böig, weshalb wir nach einer ausgiebigen Rast, wieder zum ursprünglichen Startplatz zurückkehrten. Nun setze ab 13.00 Uhr die Thermik über der Inversion an diesem perfekt nach Süd ausgerichteten Hang ein.

Mit nicht weniger als 4! selber mitgebrachten Windspionen, wurde nun über den Wind, die Thermik, und die Startrichtung gefachsimpelt. In der Tat, man lernt an so einem Tag so einiges über Umspülungen oder Leethermiken. Die Windrichtung war immer noch mehrheitlich aus Nord, wovon jedoch auch vereinzelt Ablösungen aus Süd zu verzeichnen waren. Als Armin startklar war, wurde sein Schirm durch die Starthelfer zuerst Richtung Nord, dann südwestseitig ausgelegt. Der grosse Vorteil eines 270 ° Startplatz ist, dass ausser nach Osten, in alle anderen 3 Himmelsrichtungen gestartet werden kann. Vermutlich der einzige Nachteil so eines Rückens ist, dass auch optimal die Thermik ablösen kann. 

So waren nach Armins ruhigem und herrlichem “Earlybird”-Start, die Starts von Päuli und Sepp schon eher Katapult-mässig - und das Ende Oktober! Thomas Emmenegger erwischte eine perfekte ruhige Flaute und schwang sich ebenfalls in die Luft. Da die Bedingungen, wie schon eine Woche zuvor am Lukmanier, eher sportlich waren, entschlossen sich Thomas Bissig und Beat Walker ohne zu Fliegen wieder abzusteigen. Dieser Entscheid zeigt Grösse und fiel aufgrund von Wahrnehmungen der beiden erfahrenen Piloten und zeiget, wie wichtig es ist, eine eigene Entscheidung zutreffen. Bei solchen Hike & Fly-Abenteuern geht es nicht zuletzt auch um die Erlebnisse bis zum Start und können dann notabene auch ohne Fly enden.

Beendet haben wir Sieben dann unseren Westernklassiker im Saloon in Silenen. P.S. als die nette Bedienung aus dem Balkan noch Gratis eine ganze Flasche Sliwowitz nachreichte, mussten wir langsam die Segel streichen.

Dani Baggenstos