weitere 12 Piloten dazu gesellten.Beat hatte im Vorfeld mit dem Besitzer der Sust Lodge in Hospental vereinbart, dass er uns ab Realp zum Tiefenbach fahren würde. Die Passstrasse öffnete auch gerade an diesem Tag, nach einem sehr schneereichen Winter, etwas später als gewohnt.
Martin Moser ein erfahrener Gleitschirm und Deltapilot meinte, als er beim halbstündigen Fussmarsch vom Tiefenbach zum Tätsch marschierte, er wäre froh, dass er den Delta heute nicht mithätte. Es hatte einfach noch zu viel Schnee. Martin kennt den Tätsch und konnte den Startzeitpunkt als besten einschätzen. Er war es dann auch, der sich kurz vor 11 Uhr in den Startschlauch stürzte.
Beni Mattli, ebenfalls ein sehr erfahrener und langjähriger «Oberland» Pilot erzählte noch, wo sich der Startschlauch oder der Plan-B-Schlauch befinde. Allgemein hatte Beni so einiges über das Urserental und den Tätsch zu beichten. Tatsächlich sieht man eine kleine Ruine, die vor mehr als zwanzig Jahren als Schutzhütte zum Warten oder sogar Grillieren diente. Die Piloten seien damals in Scharren hier oben zum Abgleiten gewesen, meinte Beni.

Nach Martin war es Armin, welcher in die doch bereits regelmässigen schönen Ablösungen reinstartete. Armin sagte noch ganz bestimmt, dass er nach Westen fliegen werde. Als ich ihn am Morgen, mit nicht gerade Alpinem Schuhwerk noch sagte, es habe auf dem Weg zum Tätsch Schnee, liess er es sich nicht nehmen, mit wohl etwas nassen Füssen, auf dem sehr grossen und optimalen Startplatz zu starten.

Nach Pius, war es Beat, welcher, als Organisator des übrigens sehr netten Sust Lodge Chauffeurs, seinen Rush 5 in die Lüfte schwang. Zuvor hatte es Beat «der Charmeur» im Zug von Andermatt nach Realp fertiggebracht, Pia Ming, eine Pilotin aus Malters, dazu zu animieren, mit uns auf den Tätsch zu fahren. Tatsächlich war Pia zu sehr netten und interessanten Gesprächen zu haben, während dem die Ersten sich schon in der Luft befanden.
Dazwischen waren es noch Pius und Dani Bu. welche ebenfalls direkt Höhe machen konnten.Wer jetzt aber glaubt der Einstieg in die Thermik wäre gratis gewesen, der liegt falsch. Es war etwas zyklisch und man musste sich die ersten Meter verdienen. Das kam auch Pius zu spüren, welcher eher eine Flaute erwischte.
Da Pia, Marco und Ramona noch am Plaudern waren, machten wir anderen uns rassig bereit zum auslegen und vorbereiten. Wie immer, kam nun etwas mehr Entschlossenheit auf.
Armin und Martin waren bereits am Furkapass.
So kam es, dass ich wie immer meinen individuellen 5-Punkte-Check mit einer kurzen Kopfberührung «für Helm» machte und dies als „Check i.O.“ abbuchte. In Echt hatte ich aber nur zwei Kopfpariser an, welche das Gefühl und Wärme eines Helmes vermittelten. So kam es, dass ich mich danach vor Beni ohne Helm in die Luft begab. Im Nachhinein sagte mir Dani Bu, ich hätte ausgesehen wie eine Gans.Dass ich das ganze Malheur erst nach der Landung bemerkte, als Beat mich fragte wo denn mein Helm sei, sollte hier mal schmunzelnd erwähnt sein. Noch grösseres Schmunzeln wäre wohl dem Umstand geschuldet, dass ich im Chat bereits zur Helmsuche auf dem Tätsch aufrief, obwohl mir dann meine Frau mitteilte, dass der Helm zu Hause liegen geblieben sei.

Als Fazit würde ich sagen, ich wäre wohl nicht über den Furka geflogen, wenn die mentale Barriere den Helmgate gewusst hätte.

Danach starteten, noch Jonas, Benjamin, Kilian, Marco, Ramona und Pia, welche ich leider aus den Augen verlor. Jonas und Kilian erzählten später am Landebier (alias De-Briefing), dass sie auch über den Furka bis nach Fiesch geflogen wären. Eine ganz tolle Leistung, für das, dass die Basis nur ca. 2700 Meter betrug.
Es war somit also nicht ganz einfach über den Pass zu fliegen. Einmal im Wallis, war die Thermik zu Beginn zuverlässig und satt. Jedoch durch die zunehmende Abschattung auch manchmal schwach. Es benötigte viel Geduld, eine etwas längere Phase auszuharren und durchzuhalten.

Dani Bu, Beat und ich waren auf dem Rückweg von der Fiescheralp, als uns eine grössere Thermikpause in Blitzingen/Biel auf den Boden brachte. Armin und Martin, welche den ganzen Tag das Feld anführten, gelang das unmögliche und mit viel Geduld wieder über den Furka ins Urserental zu fliegen. Ganz grosses Kino!. Pius sagt selber, dass er es mit ganz langem Endanflug bis Oberwald schaffte. Wohlverstanden völlig im Schatten!!!
Das Unterwallis, unterhalb Brig wäre an diesem Tag keine Option gewesen. Die Basis war auf ca. 2300 Meter. Da hätten wir uns wohl alle versenkt. Das Eindrücklichste war aber, dass wir eigentlich eine grössere Gruppe von Piloten waren, welche zusammen flogen und teils sogar als Gruppe landeten. Das gibt es sonst eher selten.
Ebenfalls erwähnen möchte ich, dass Beni Mattli meinte, er habe noch nie so viele Piloten auf dem Tätsch gesehen.

Zusammenfassend kann man sagen: Tätsch, päng und weg, wir kommen wieder ins Oberland.

Dani Baggenstos