Beginnen wir doch mal von Vorne. Laut eben dieser Prognosen sollte es am Samstag, nach der langen Durststrecke (diese Strecke hat leider nichts mit Streckenfliegen zu tun), wieder mal einen guten Tag geben, aus dem einige Streckenkilometer herauszukitzeln sein sollten. Somit wurde die Streckenchatgruppe entsprechend rege benutzt und eine Reise nach Fiesch - da fliegt’s ja immer - geplant. Am Freitagabend hatte sich dann eine stattliche Gruppe dazu entschieden mitzukommen und sich an den Bahnhöfen Seewen, Brunnen und Flüelen zu treffen.

Schlussendlich waren es dann am Samstagmorgen in Seewen Fabian, in Brunnen Christof, Dani Baggenstoss, Pius, Stefan und ich und in Flüelen Beat, die sich einem speziellen Abenteuer hingeben wollten, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Dani Busslinger und Iwan hatten sich aus windtechnischen Gründen für einen Bodenhandling-Tag in Attinghausen entschieden.

Trotz der Basis von 1300m und den abgeschliffenen Wolken im Urnerland waren wir guter Dinge und phantasierten im Zug schon über die tollsten Strecken, die wir in Fiesch würden fliegen wollen. Nach den Zugwechseln, neuerdings auch in Erstfeld und Göschenen, war dann in Andermatt die obligate Kaffeepause angesagt. Danach ab in den Zug nach Fiesch. Tiptop in der Zeit in den Furkatunnel und in der Mitte auf den Gegenzug warten, warten, warten … Nach ca. 10 Minuten dann die Info der Kondukteuse, dass der Gegenzug mit technischen Problemen im Tunnel stecke und wir wieder retour nach Realp müssten. 
In Realp angekommen wurden verschiedene Alternativen geprüft und wir entschieden uns den Bus nach Tiefenbach zu nehmen und auf dem Tätsch zu starten um bei der Bushaltestelle zu realisieren, dass das Postauto nur zweimal am Tag fährt und wir den Anschluss bereits verpasst hatten. 
Neue Strategie, neues Glück: Also mit dem Zug zurück nach Andermatt und dann mit dem Taxi auf den Nätschen. Der Hacken an der Sache war, dass das Taxiunternehmen  für das Befahren der Baustelle für die neue Sesselbahn keine Bewilligung hat.
Somit neue Strategie: Mit der FOB, oder wie auch immer die heute heisst, zum Nätschen und dann zu Fuss auf den Gütsch, was den Tag vollends zu einem Hike and Fly-Tag verkommen liess. Wir waren aber immer noch in der Zeit für einen Spitzenstreckenflugtag. Glücklicherweise war eine Angestellter der Baufirma bereit unsere Rucksäcke ab der Hälfte nach oben zu transportieren, was das Hiken etwas erträglicher machte. 

Oben angekommen, war natürlich die übliche Starthektik auszumachen und alsbald starteten die Ersten um in Luft festzustellen, dass die Thermik nicht den 100 km-+-Ansprüchen standhielt. Ich für meinen Teil verlor schon bald ziemlich Höhe, während sich Christof und Dani in einem Schlauch halten konnten. Nach diversen Lee’s in der nähe der Schöllenen peilte ich den Landeplatz in Andermatt an um dann zu realisieren, dass ein bockiges Luv-Aufwindband mich bald zur Mittelstation Gurschnen katapultierte und auf die gleiche Höhe wie Christof und Dani brachte, aber auf der anderen Talseite.
Mein Aufwindmagnet zog die restlichen Piloten förmlich an und bald waren alle auf der gleichen Talseite versammelt. Die fanden es allerdings da auch etwas bockig. O-Ton Beat: Das habe ich noch nie da oben erlebt. Mit kleinen Ausflügen auf diverse Talseiten vom Gemsstock waren dann die Fliegeraktivitäten schon relativ schnell ausgeschöpft. Die meisten landeten am offiziellen Landeplatz, um anschliessend beim Bahnhofbüffet ein Bierchen zu nehmen. Nach evtl. auch zweien ging’s dann mit der SBB nach Hause, oder fast, denn auf der Rückreise machte der Tross noch in Flüelen bei der Schiffländi halt um den erfolgreichen Tag abschliessend noch mit Iwan und Dani Busslinger zu besprechen. Und so ging ein interessanter und erfolgreicher Streckenflug den Bach (sorry die Reuss) runter.

 

Happy Landing, Armin

PS. Mit dem PDC-Uri kannst du was erleben