Da wir mit dem späteren Zug gefahren waren, konnten wir leider keine heiss geliebte Schokolade im Bergrestaurant trinken und folgten sogleich dem Pfad in Richtung Startplatz, den wir nach einem 15-minütigen Fussmarsch erreichten; die ersten Piloten schraubten bereit in der Leethermik.

Die Ersten von uns machten sich parat und bald kam der zweite Teil unserer Gruppe zum Startplatz und bereitete sich ebenfalls für einen möglichst baldigen Start vor. Nach etwas Schlange stehen, waren um 10:44 dann alle in die Luft. Der Eintrittsschlauch in die Tessiner Rennbahn war nicht ganz einfach. Wie auch immer, Pavol stellte sich sehr geschickt an und startete das Verfolgungsrennen als Erster. Die nächste Knacknuss war mit dem Umfliegen des TMA Locarno beim Monte Salmone bereit. Dieses Hindernis stellte zum Glück an diesem Tag keine grösseren Probleme dar. Einmal im Centovalli, mussten wir feststellen, dass nicht alle Schläuche gut durchzogen und man doch ab und zu etwas basteln musste.

Bei Santa Maria Maggiore nahmen alle, ausser Pius, der etwas später gestartet war und uns aus den Augen verloren hatte, die Südroute über das „Riserve Stadale Monte Mottac“ um nach der Talquerung bei Villadossola im Val Anzasca den ersten Wendepunkt zu setzen.Da ich die gleiche Stecke schon vor 10 Tagen geflogen war, wusste ich, dass der erste Teil des Tales durch den Talwind zu einer Art Durststrecke verkommt und man einfach weiterfliegen muss, obwohl dieser Teil des Tales zu der eher unlandbaren Sorte gehört. Diese Tatsache hat sicher den einen oder anderen dazu bewogen, nicht weiter ins Tal zu fliegen und individuell nach Norden abzubiegen. 

Damit trennten sich die Wege und jeder Einzelne musste sich die Schläuche mehr oder weniger selber abverdienen.Während dem Queren der Täler fiel immer wieder auf, wie weit unten die Schneegrenze noch lag (ca. 1700m) und dass trotz der kompakten Schneedecke die Thermik relativ gut ausgebaut war. Der Wind wechselte im Verlaufe des Tages wie prognostizier die Richtung von Nord nach West und legte am Nachmittag stark zu. Bis ins Val Antigorio (Formazza) war ich eigentlich sehr gut unterwegs und nach einer Baustelle und einem taktischen Fehler, die mich einiges an Zeit kosteten, war ich plötzliche wieder im gleichen Schlauch mit Pavol. Die Anderen waren bereits im Maggiatal und Christoph in der Leventina. 

Mein Ziel und auch Pavol’s waren das Maggiatal bis nach Bellinzona zu queren und so das FAI-Dreieck zuzumachen. Den zweiten Wendepunkt hatten wir nämlich am Basodino gesetzt.  Denkste, dachte ich mir dann etwa 20 Minuten später im Talwind, mit einer Leespülung, nach einer schludrig geflogenen Stecke ohne Steigen (Es hätte sicher Schläuche gehabt, aber der Walder braucht ja nur das Nötigste mitzunehmen!!). Auf jeden Fall kam ich dann nicht mehr über eine Krete ins gelobte Maggiaunterland, trotz dreimaligem Versuch begleitet von Wolkenfeldern, über mir Pavol die Krete passierend. Die Landung bei Broglio, in dem engen Schlitz, war nicht gerade eine ruhige Sache, aber es klappte trotzdem. 

Abschliessend ging’s dann mit Autostopp, und einer rudimentären italienischen Konversation mit der Chauffeuse, in Richtung Ponte Brolla und in einem zweiten Anlauf zum Bahnhof Locarno, wo ich den 20:35er in Richtung Brunnen, via Goldau erwischte. Ja und Pavol, der hatte das bessere Ende für sich und konnte schon einen Zug früher, um 20:05 nehmen. 

Fazit: Ein guter, thermisch aktiver Tag, mit Höhen (3350) und Tiefen (im Talwind) hat viel geboten und war leerreich. Es hat Spass gemacht, vor allem das gemeinsame Fliegen am Anfang und am Schluss. Ja und erstaunlich, man kann auch im fortgeschrittenen Alter noch etwas lernen. 

Für Details siehe: Flugdetails mit Airbuddies

Mornera scheint unser neuer Hausberg zu werden. Wir kommen wieder. Pius danke für die Fotos.


Armin